Leute die lehren "wie man die Stimme Gottes hört", gehen davon aus, dass wenn Gott spricht, ER nicht gehört werden kann ohne dass man IHM hilft. - Chris Rosebrough -

Starb Jesus am Kreuz für unsere Krankheiten?

Diese Frage beantwortet Matthias Truttmann in der FCG Aarau (Freie Christengemeinde Aarau) am 10.03.2019 in seiner Predigt mit „ja“.

Obwohl Matthias Truttmann eine eigentlich klärende Stelle in Matthäus 8 zitiert (im Podcast um Minute 19:20), will er seine Zuhörerschaft mit Hartnäckigkeit von seinem falschen Verständnis überzeugen.

Diese falsche Lehre hat zur Folge, dass man der Überzeugung sein muss, ein Christ müsse nicht krank sein/werden. Auch wenn diese Aussage in der Bibel nirgendwo zu finden ist, hat sich diese Meinung in grossen Teilen der Christenheit ausgebreitet. Gläubige, die trotzdem krank sind, machen sich oft Vorwürfe wie z.B. „mein Glaube ist nicht gross genug“, „ich proklamiere es zu wenig“ oder „Jesus liebt mich nicht“. Sie werden u.A. ermahnt in die „Healing Rooms“ zu kommen und zu „proklamieren“, dass die Krankheit kein Recht habe, in ihrem Körper zu sein.

Sprüche wie „ich will kommen und dich heilen“ (aus Mt. 8,7), die z.B. die Facebookseite „Healing Rooms Aarau“ betiteln, implizieren eine völlig aus dem Kontext gerissene Heilungserwartung. Viele Christen sind also der festen Überzeugung, dass Jesus sie heilen MUSS, da es ihnen versprochen wurde.

Der u.A. für diese Lehre missbrauchte Vers 4 aus Jesaja 53 „Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen…“ ging während seiner Zeit als Mensch auf dieser Erde in Erfüllung. In Matthäus 8,14-17 sehen wir eindeutig dass Jesus die vielen Menschen, die zu ihm gebracht wurden, geheilt hatte, und er die Leiden seiner Zeitgenossen mitgetragen hatte; „damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen«.“ Wenn dieser Vers das „Tragen“ am Kreuz meinen würde, so könnte unmöglich „damit erfüllt würde“ stehen, denn der Herr Jesus wurde zu der Zeit von Matthäus 8,17 nicht gekreuzigt sondern er war im Haus des Petrus.

Der Vers 5 aus Jesaja 53 (…Er wurde verwundet und wir sind heil geworden.) und 1.Petrus 2,24 (…durch seine Wunden seid ihr heil geworden.) wird aufgrund dieser Ansicht falsch interpretiert, bzw. übersetzt. Das hier als „heil“ übersetzte Wort (Hebr. rapha) bedeutet sowohl geistige als auch physische Heilung, um zu erkennen was gemeint ist, muss der Kontext angeschaut werden, und dieser zeigt, dass es in Jesaja 53 und 1. Petrus 2 eindeutig um geistige Heilung, und nicht um körperliche Heilung geht.

Diese Tatsache macht klar, dass in der Bibel nicht ein einziges Mal erwähnt wird, dass Jesus Christus für unsere Krankheiten am Kreuz gestorben ist. Hingegen werden unzählige Stellen erwähnt, die aufzeigen, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist:

Z.B. eben gerade in 1.Petrus 2,24: Er hat unsere SÜNDEN selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

- Psalm 130,8: Ja, er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden.

- Jesaja 53,12: Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.

- Matthäus 26,28: Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

- Apostelgeschichte 5,31: Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren.

- Römer 4,25: ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.

- Römer 6,10: Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er für Gott.

- Epheser 1,7: In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade,

- Hebräer 10,12: Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt,

- 1.Johannes 4,10 Darin besteht die Liebe — nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden.

Schon zum Voraus in Matthäus 1,21 wird aufgezeigt, wozu der Messias kommen sollte:

„Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“

Und zu guter Letzt (es gäbe natürlich noch weitere Stellen); Hebräer 9,28:
„so wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten Mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“
Nach diesem Vers wird auch Römer 8,21 verständlich, in dem es heisst „…auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.“ Wenn Jesus für unsere Krankheiten gestorben wäre, dann müssten wir nicht auf die Erlösung unseres Leibes warten.

Wenn nun Matthias Truttmann sagt (Podcast Min. 15:36), „dass Jesus alle Krankheiten auf sich geladen hat“ und damit behauptet dass wir deshalb nicht mehr krank zu sein brauchen, dann verursacht dies neben den oben erwähnten Beweisen noch ein weiteres Problem:

Den meisten dürfte nun klar sein, dass unser Herr Jesus für unsere Sünden gestorben ist, und jeder, der an IHN glaubt, mit Sicherheit errettet sein darf.

Wenn Jesus nun auch für unsere Krankheit ans Kreuz ging, wer glaubt denn, nachdem er auch nur einmal in seinem Leben krank wurde, noch daran, dass er mit Sicherheit erlöst sein wird? Weshalb sollte der Tod Jesu für die Sünden wirksam sein, während dem der "Tod Jesu für die Krankheit" halt nicht immer funktioniert?

  1. Korinther 4,16 Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. 17 Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

 

 


Feuertaufe, soll man um Feuertaufe bitten wie es die Pfingst/Charismatischen Gläubigen tun?

 

 

Gott ist gut – das stimmt, aber es muss richtig verstanden werden! Das heutzutage gepredigte „Weichspühl-Evangelium“ blendet die unangenehmen Stellen der Bibel meist aus und deshalb ist Gott einfach immer „gut“. Wer weiss schon dass „Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!“ im neuen Testament steht (Hebräer 10,31)? Gleich nach den beiden Zitaten „Die Rache ist mein; ich will vergelten!, spricht der Herr“ und „Der Herr wird sein Volk richten“. Ja, Gott hasst Sünde! Nicht den Sünder, aber die Sünde, und da liegt der grosse Unterschied zwischen „gut“ und „gut“. Gott wird jeden richten, der nicht aufrichtig Busse tut und das Blut Jesu Christi in Anspruch nimmt. Gott ist gerecht, und das ist gut! Jesus hat sein Blut nicht für alle vergossen, nur für diejenigen die es annehmen (vgl. Mt.20,28/26,28). Das Angebot gilt jedoch allen.

„Gott ist gut“ bedeutet also nicht, dass er die Sünde ignoriert oder einfach so vergibt. Es heisst auch nicht, dass „gut“ immer das bedeutet, was wir unter „gut“ verstehen. Vor allem deshalb, weil wir nicht immer wissen, wozu gewisse Situationen dienen sollen:

„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Jesaja 55,8-9

Deshalb schickte Gott auch den Sturm (Jona 1,4), der Jona schlussendlich dazu brachte, nach Ninive zu gehen, was dann wiederum dazu führte, dass die Menschen umkehrten von ihren bösen Wegen.

Nun, wenn Silvan (Podcast ab 15:30) u.A. sagt, dass sich eine Überzeugung „wie Gott ist“ in Jesus zeigen muss, sonst sei sie „anzuzweifeln“, stellt er seine verschiedenen Behauptungen über die Bibel und liegt somit total daneben.

  • Denn Gott schickt Stürme (Psalm 48,8 / Jes 29,6 / Jer 30,23 / Hes 13,13 / Jona 1,4+12 / …)
  • Gott schickt Krankheit/züchtigt (Psalm 118,18 / Amos 4,10 / Micha 6,13 / 1.Kor 11,28-32 / Hebräer 12,6 / …)
  • Gott bestraft Menschen (Hosea 8,14 / Psalm 135,10-11 / Jer 19,3 / Hes 7,9 / Off 20,11-15 /…)

Silvan behauptet auch immer wieder dass „Unheil“ nie von Gott komme. Auch hier ist die Bibel eindeutig und unmissverständlich:

„der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der HERR, vollbringe dies alles.“ Jesaja 45,7

Somit sind wir beim eigentlichen grossen Irrtum, der Silvan Carabin am 7. Januar 2018 in der FCG Aarau predigte, angekommen.

Podcast ab Minute 22:36 „Gott ist nicht in Kontrolle“

Silvan Carabin behauptet dass Gott nicht alles kontrolliert. Er versucht dies mit der menschlich beschränkten Sicht über Sinn und Unsinn zu begründen, wobei ich erneut (wie oben schon) auf Jesaja 55,8-9 hinweisen möchte. Dass Silvan’s Behauptungen unsinnig und völlig bibelfremd sind, ist deutlich an folgenden Versen zu sehen, denn die Bibel sagt da ganz was Anderes:

  • Kann man in das Horn stoßen in der Stadt, ohne dass das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht gewirkt hat? (Amos 3,6)
  • Ich weiß, HERR, dass der Weg des Menschen nicht in seiner Macht steht, dass der Mann, wenn er geht, seine Schritte nicht lenken kann. (Jeremia 10,23)
  • 37 Wer hat je etwas gesagt und es ist geschehen, ohne dass der Herr es befahl? 38 Geht nicht aus dem Mund des Höchsten hervor das Böse und das Gute? (Klagelieder 3,37-38)
  • Der HERR der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, wie ich es mir vorgenommen habe, und es soll zustande kommen, wie ich es beschlossen habe (Jesaja 14,24)
  • Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen. (Jesaja 46,10)
  • Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen!« (Daniel 4,34)
  • Es geschah aber eines Tages, dass die Söhne Gottes vor den HERRN traten, und unter ihnen kam auch der Satan. -> Siehe Hiob 1,6-22; Satan konnte nicht mehr tun, als das was Gott ihm erlaubte.
  • Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der HERR lenkt seine Schritte. (Sprüche 16,9)
  • Vom HERRN hängen die Schritte des Mannes ab; was versteht der Mensch von seinem Weg? (Sprüche 20,24)
  • Im Gewandbausch wird das Los geworfen, aber jeder seiner Entscheide kommt von dem HERRN. (Sprüche 16,33)
  • Ein Mensch macht vielerlei Pläne in seinem Herzen, aber der Ratschluss des HERRN hat Bestand. (Sprüche 19,21)
  • in ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens (Epheser 1,11)
  • Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun. (Jakobus 4,15)
  • Alles, was dem HERRN wohlgefällt, das tut er, im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen: Er lässt Dünste aufsteigen vom Ende der Erde her, er macht Blitze beim Regen und holt den Wind aus seinen Speichern hervor. (Psalm 135,6-7)

Gott tut alles was ihm wohlgefällt (vgl. Psalm 115,3), alles hat seinen Bestand in ihm (vgl. Kolosser 1,17). Siehe, Gott ist mein Helfer; der Herr ist es, der mein Leben erhält. (Psalm 54,6)

Wir sollten uns bewusst sein, dass der Herr uns am Leben erhält - nicht wir, oder unser Organismus, oder der Arzt, oder sonst was… er erhält uns aktiv am Leben (5Mo 6,24 / Neh 9,6 / Hi 33,4), solange wie es gut ist. Er lenkt die Moleküle im Unwetter (Hiob 28,26), er weist dem Blitz den Weg (Hiob 38,25). Er hielt auch die Atome des Holzes, an dem er hing zusammen!

Gott ist sehr wohl „in Kontrolle“.

 

 

PS: Dass Gott, um gewisse Dinge zu tun, die Erlaubnis von Menschen benötigt, da er ihnen „die Herrschaft“ gegeben hat und sich somit selber limitiert (z.B. von Matthias Truttmann in der FCG Aarau am 12. November 2017 gepredigt, wird auch von Bill Johnson vertreten), ist eine abartige Irrlehre. Ich werde, so Gott will, auch über diese Predigt noch einige Dinge schreiben.

Der Toronto-Segen und Heilungen

Der so genannte „Toronto-Segen“ nahm seinen Anfang in der Toronto Airport Christian Fellowship (TACF), einer charismatischen Gemeinde in Toronto, Kanada, welche John Wimbers Vineyard-Bewegung angehörte und bis heute unter der Leitung von Pastor John Arnott steht. Im Januar 1994 kam es unter dem charismatischen Gastprediger Randy Clark zu einer „Erweckung“, welche von ekstatischer Anbetung, hemmungslosem Lachen, Umfallen sowie anderer Manifestationen begleitet war. Obwohl übernatürliche Heilungen nicht im Mittelpunkt dieser Erweckung standen, ließen Berichte von Heilungen nicht lange auf sich warten. Der kanadische Charismatiker und Professor für Theologie, James Beverley, untersuchte drei „Heilungen“, die sich in der TACF ereignet haben sollen.1

  1. 1. David Stark

Pastor John Arnott bezeugte am 20. Januar 1995, dass David Stark in einem Gottesdienst in der TACF vom 15. Dezember 1994 auf übernatürliche Weise von Krebs geheilt wurde; er stützte sich dabei auf die Angaben von David Stark selbst und den Brief seines behandelnden Arztes Dr. Bryan vom 29. Dezember 1994. David Stark litt an Krebs (Lymphom) und erlebte während des Gottesdienstes, wie seine starken Schmerzen auf ein erträgliches Maß zurückgingen. Der behandelnde Arzt Dr. Kyle Bryan bestätigte die  „dramatische Besserung“ des Allgemeinzustandes seines Patienten, insbesondere die Reduzierung der starken Schmerzen. Klinische Untersuchungen, welche eine Heilung zweifelsfrei unter Beweis stellen würden, enthielt der Brief allerdings nicht.

Dr. John Axler, Allgemeinmediziner und Freund von James Beverley, recherchierte mit Zustimmung von Pastor John Arnott und David Stark den weiteren Verlauf der Ereignisse. Dr. Axler las den Brief von Dr. Bryan und kam zu dem Schluss, dass es verfrüht sei, von einem „Wunder“ zu sprechen. Anfang Februar 1995 sprach Beverley telefonisch mit der Ehefrau von David Stark. Sie teilte ihm mit, dass eine kürzlich durchgeführte Untersuchung (Kernspintomographie) ergeben hatte, dass der Krebs noch vorhanden war und sogar gewachsen war (um 50%). Kurz darauf verstarb ihr Ehemann.

  1. 2. Heather Harvey

Die damals 13-jährige Heather soll im Februar 1994 während eines Gottesdienstes in der TACF von Legasthenie geheilt worden sein. Guy Chevreau, enger Mitarbeiter von John Arnott, hat diese Heilung in seinem Buch Catch the Fire (dt. Ausgabe: Der Toronto Segen) niedergeschrieben. Heather ging unter Gebet zu Boden und berichtet später, wie sie Engel beobachtete, welche einen chirurgischen Eingriff an ihrem Gehirn vorgenommen hatten. Beverley zog Dr. Sharon Cohen für diesen Fall zu Rate, da sie als Spezialistin auf dem Gebiet von Sprachfehlern an der Universität von Toronto tätig war.

Dr. Cohen riet zu einer medizinischen Untersuchung, um die Heilung zu bestätigen. Beverley schrieb daraufhin einen Brief an die Eltern und schlug vor, die Heilung durch ein medizinisches Attest bestätigen zu lassen. Nachdem die Eltern von Heather Harvey auf den ersten Brief nicht antworteten, schrieb Beverley einen zweiten Brief. Hierauf antworteten die Eltern und teilten ihm mit, dass sie sich die Kosten für eine solche Untersuchung nicht leisten könnten; dennoch versicherten sie ihm, dass ihre Tochter geheilt sei. Beverley lässt nach seinen Ausführungen offen, ob eine tatsächliche Heilung vorliegt, räumt aber ein, dass sie definitiv nicht „bewiesen“ wurde.

  1. 3. Sarah Lilliman

Guy Chevreau beschreibt in seinem Buch Catch the Fire eine weitere „Heilung.“ Nach Chevreaus Bericht zeigten sich bei der 13-jährigen Sarah im Jahre 1991 plötzlich Symptome von Gehstörungen, die zeitweise einen Rollstuhl erforderlich machten; ferner litt sie unter massiven Ess- und Sehstörungen sowie Wahrnehmungsstörungen. Der Zustand des Mädchens war derart schlecht, dass sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Ärzte, so Chevreau, gingen davon aus, dass das Mädchen unter einer chronischen, unheilbaren Krankheit litt. Am 26. April 1994 wurde für das Mädchen in der TACF gebetet. Dieses Gebet sowie nachfolgende Erfüllungen mit dem Heiligen Geist (outpourings of the Holy Spirit) führten zu der Wunderheilung von Sarah.

Nachdem sich Beverley nach persönlicher Rücksprache mit Chevreau und den Eltern der geheilten Sarah Lilliman deren Zustimmung eingeholt hatte, den Fall zu dokumentieren, traf er sich mit den Eltern zu einem ersten Gespräch. Beverleys Freund, der Mediziner Dr. John Axler, unterstützte Beverley bei seinen Recherchen. „Schon bei meinem ersten Gespräch mit der Familie, wurde sofort klar, dass es größere und kleinere Probleme mit der Darstellung von Chevreau gab,“ berichtet Beverley.2 Er fährt fort: „Als ich mit Sarah sprach, betonte sie, dass ihre Genesung nicht so schnell und dramatisch verlaufen war, wie dies im Buch geschildert wurde… und dass der zweite Teil der Heilungsgeschichte nicht stimmt.“3

Dr. Axler und Beverley durften nach Zustimmung der Eltern alle medizinischen Berichte bezüglich Sarahs Erkrankung und Behandlung am Bloorview Hospital einsehen. Beverley kam zu dem Schluss, dass zu den anfänglichen Ungereimtheiten weitere hinzukamen: „Einige dieser (Unklarheiten) beziehen sich auf fehlerhafte Eindrücke oder falsche Annahmen, und es gibt auch eine Reihe von eindeutig fehlerhaften Fakten.“4

Die gemeinsamen Recherchen von Dr. Axler und Beverley ergaben folgende Resultate:

  • Die Probleme, von welchen sie angeblich 1994 ‚geheilt’ wurde, waren bereits während eines vierwöchigen Aufenthaltes in einer Kinderklinik im Jahre 1991 verschwunden.
  • Die ärztlichen Berichte lassen deutlich erkennen, dass man die Symptome als psychosomatisch betrachtete.
  • Die Aussage Chevreaus, dass keine Aussicht bestand, dass Sarah jemals die Kinderklinik verlassen werde, ist falsch. Die Krankenakte von Sarah macht deutlich, dass sie in den Jahren 1989 – 1993 ein ständiges Auf und Ab ihres Gesundheitszustandes erlebte. Ferner heißt es in ihrer Krankenakte, dass die Möglichkeit der Heilung einer psychosomatischen Erkrankung grundsätzlich denkbar ist.5

Beverley kommt zu dem Schluss: „Es ist angemessener, die Genesung von Sarah als eine dramatische psychologische und körperliche Reaktion auf Gebet, Zuneigung und Liebe zurückzuführen.“6

 

Beverleys Fazit zu den drei Heilungen

Beverleys Fazit bezüglich der drei „Heilungen“, welche er mit Hilfe von Medizinern äußerst gründlich recherchierte, lautet:

  • Es kostet einen Preis, wenn die Leiter der Vineyard-Bewegung Heilungen bezeugen, bevor sie medizinisch bestätigt und über einen längeren Zeitraum gesichert wurden. Im Fall von Stark und Lilliman werden die Probleme deutlich, welche übereilte und voreilige Schlussfolgerungen nach sich ziehen.
  • Die Leiter der Vineyard-Bewegung sollten ihre Hingabe an die Wahrheit unter Beweis stellen, indem sie falsche Eindrücke und fehlerhafte Fakten bezüglich angeblicher Heilungen korrigieren. Diesbezüglich sollten zukünftige Auflagen von Guy Chevreaus Buch Catch the Fire … korrigiert werden…
  • Der Fall von Heather Harvey (Hopkinsville) zeigt die Notwendigkeit auf, dass charismatische Gruppen sich bereit erklären sollten, medizinische Gutachter zu finanzieren, um wundersame… Berichte zu bestätigen. Wenn medizinische Studien erforderlich werden, um Ereignisse genau abzuklären, ruht die Beweislast auf jenen, welche die Behauptungen aufstellen.7

James Beverley ist ein bekennender Charismatiker, der in seinem Buch zum Ausdruck bringt, dass er an göttliche Heilung glaubt. Dass er dennoch unvoreingenommen an die Heilungsberichte der TACF herangeht, unterstreicht seine Wahrheitsliebe, ein Merkmal, das leider so manchem Charismatiker fehlt. Sobald die Zentralität Christi verloren geht, begegnet uns ein verzerrtes und verdrehtes Evangelium. Dass ein solches Evangelium das Handeln der Zuhörer negativ beeinflusst, ist unvermeidbar.

Fazit

Wer sich eingehender mit den pfingstlich-charismatischen Heilern aus der Vergangenheit und der Gegenwart auseinandersetzt, wird immer wieder auf Ungereimtheiten, Widersprüche und nicht selten auf Unmoral und Skandale stoßen. Kritik an vielen Wunderheilern kommt nicht nur von der säkularen Presse; selbst pfingstlich-charismatische Leiter benennen und verurteilen unverhohlen die Auswüchse der Heilungsbewegung.

Wenn man eine Lehre aus der Geschichte der charismatischen Heiler ziehen kann, dann diese, dass sie weit davon entfernt ist, geistlich reifer zu werden und man erwarten muss, dass in Zukunft die unbiblischen Tendenzen noch zunehmen werden. Den wachsamen Jünger Jesu wird dies nicht erstaunen, denn er weiß, dass in den letzten Tagen vor der Wiederkunft seines Herrn viele im Namen Jesu Wunder wirken werden und dennoch nicht von Jesus gesandt sind. Die Verführten und Verblendeten hingegen werden ihren Wunderwirkern zujubeln.

 

 

Anmerkungen

 

1      James A. Beverley, Holy Laughter and the Toronto Blessing – An Investigative Report, Zondervan Publishing House, Michigan, 1995, S.103-120

2      ebd., S.117

3      ebd., S.117

4      ebd., S.118

5      ebd., S.118-119

6      ebd., S.119

7      ebd., S.120

Das einzige Gefühl, das ich jemals anstrebe, ist dies: Ich will fühlen, dass ich ein Sünder bin und dass Christus mein Retter ist. Behalte deine Visionen und Verzückungen und Entrückungen und dein Tanzen für dich, das einzige Gefühl, nach welchem ich mich sehne, ist eine tiefe Buße und ein demütiger Glaube; und wenn du, lieber Sünder, dies hast, dann bist du errettet.

Warum glauben einige von euch, dass man erst dann errettet werden kann, bevor man eine Art elektrischen Schock erfährt, etwas sehr Wunderbares, das von Kopf bis Fuß ganz durch dich hindurchgeht.  Nun, höre dies: „Das Wort ist dir nah in deinem Mund und in deinem Herzen. Wenn du mit deinem Herzen an den Herrn Jesus Christus glaubst und mit deinem Mund bekennst, dann wirst du errettet werden.“ Was soll all dieser Unsinn mit den Träumen und übernatürlichen Gedanken? Alles, was zählt, ist dass ich als ein schuldiger Sünder komme und mich Christus hingebe. Ist dies der Fall, ist die Seele in Sicherheit, und alle Visionen des Universums könnten sie nicht sicherer machen.

Charles Spurgeon, A Simple Sermon for Seeking Souls. Predigt in der Music Hall, Royal Surrey Gardens, 12. Juli 1857.